Die Villa an der Florastrasse 18 in Uster ist nach dem bedeutenden Ustermer Pädagogen, Politiker und Industriellen des 19. Jahrhunderts, Heinrich Grunholzer, benannt.

Gebaut wurde sie 1847 vom Textilfabrikanten Hans Heinrich Zangger an der wichtigen West-Ostachse der Stadt, wo weitere Villen einstiger Textilunternehmer stehen. Der Neu-Renaissance-Bau im Herzen der Stadt besticht durch seine aufwändige Pilastergliederung, seinen repräsentativen Eingang, die dreifachen Rundbogenfenster in der Bel-Etage, eine markante Seitenterrasse und einen hübschen Park mit Gartenhaus.

1996 erwarb Martha Ritter-Hürlimann die herrschaftliche Anlage, das Geburtshaus ihres Ehemannes Heinrich Ritter. Nach ihrem Tod wurde das baugeschichtlich wichtige Gebäude durch die Nichten und Neffen der Besitzerin umfassend renoviert. Mit der Errichtung der Ritter-Hürlimann-Stiftung erfüllten die Nachkommen den Wunsch der Stifterin, darin ein kulturelles Zentrum für die Stadt Uster einzurichten.

Heinrich Grunholzer

Im Jahre 1819 wurde der Appenzeller Heinrich Grunholzer als Sohn des ehemaligen Lehrers, Landschreibers und Hirschen-Wirts Johannes Ulrich Grunholzer geboren. In Trogen ist er aufgewachsen.

1849 lernte Heinrich Grunholzer in Uster die Tochter des Textilfabrikanten und Nationalrates Zangger, Rosette, kennen, die er 1852 heiratete. Kurze Zeit wohnte das Paar bei den Schwiegereltern in deren Villa an der Florastrasse 18 in Uster.

Ab 1853 war Heinrich Grunholzer Lehrer an der Kantonsschule in Zürich. 1854 wurde er Mitglied des grossen Rates und ab 1856 Erziehungsrat und Redaktor der «Pädagogischen Monatsschrift», die für das Schulwesen bahnbrechend war.

Seit 1857 war Heinrich Grunholzer-Zangger Bürger von Uster. 1858 trat er aus dem Schuldienst zurück und wurde Industrieller in den schwiegerelterlichen Fabriken in Uster. Ab 1860 leitete er als Präsident die Sekundarschulpflege. Ihn faszinierte die politische Tätigkeit. Als begehrter Festredner gab er seinen liberalen-freisinnigen Ansichten wirkungsvoll Ausdruck. 1860 wurde er in den Nationalrat gewählt, wo er sich als Vorkämpfer der Verfassungsrevision von 1874 exponierte. Am 18. Juli 1873 ist er in Uster verstorben. 1'500 Lehrer aus der ganzen Schweiz nahmen an seiner Beerdigung teil. Sein Freund Traugott Koller hat sein Lebensbild in einer über tausend Seiten starken Biografie aufgezeichnet, die 1875 unter dem Titel «Heinrich Grunholzer - Lebensbild eines Republikaners» im Schillerverlag, Zürich, erschienen ist.

Die Grunholzerstube

Mit der Einrichtung der Grunholzer-Stube in der Villa Grunholzer - sie ist als nr. 12 D im Verzeichnis des Industrie-lehrpfades Zürcher Oberland aufgeführt - ergibt sich für Uster die einzigartige Gelegenheit, ein weiteres Stück Industrie-Geschichte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. Es kann gezeigt werden, mit welchen Problemen die Volksführer in der Zeit nach dem Sonderbundskrieg konfrontiert waren. Ebenso wird erkennbar, aus welcher philosophischen und ethischen Haltung heraus sie ihre Entscheidungen trafen.

Vieles, was wir heute als selbstverständlich hinnehmen, wurde von Männern wie Heinrich Grunholzer mit grossem Idealismus und Opferbereitschaft erkämpft.

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Sponsoren

Der Stiftungsrat

  • Magdalena Hürlimann

    Präsidentin
    Zürich

  • Martha Dewal-Hürlimann

    Uster

  • Thomas Kübler

    Uster

  • Hans-Jürg Keller

    Uster

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